Das Leben der schönen Brigitte Bardot

Die französische Schauspielerin, die von der Presse nur „B.B.“ genannt wurde, zählte in den 1950er und 1960er Jahren zu den schönsten und begehrtesten Frauen der Welt. In ihrer Karriere avancierte sie zum Sexsymbol und an der Seite von Gunter Sachs, mit dem sie von 1966 bis 1969 verheiratet war, zur zentralen Figur des Jet-Set. Ihren Durchbruch feierte Brigitte Bardot 1956 mit dem Film „…und ewig lockt das Weib“, neben Curd Jürgens. Ihre Liebe zu Saint Tropez verlieh dem kleinen Fischerdorf bald internationalen Ruf. 1973 beendete sie abrupt ihre Karriere als Filmschauspielerin, in der sie in über 15 Filmen mitwirkte. 1976 erregte sie erstmals als entschiedene Gegnerin der Abschlachtung von Robben Aufsehen in der Öffentlichkeit. In der Folgezeit wurde sie zur engagierten Aktivistin für die Rechte der Tiere und gründete die „Foundation Brigitte Bardot“, die sich weltweit für die Rechte der Tiere einsetzt. In Frankreich war sie auch als Sängerin populär…


Aufgewachsen ist Bardot in wohlhabenden und behüteten Verhältnissen bei ihren Eltern, die als Unternehmer tätig waren. Bereits in ihrer Kindheit war sie eine auffallend hübsche Erscheinung. Sie galt als wohlerzogen und nahm neben der Schule Ballettunterricht. Im Alter von 15 Jahren begann Bardot ihre Karriere als Fotomodell in Paris. Damals präsentierte sie zunächst Hüte. Innerhalb weniger Monate wurde sie zu einem der gefragtesten Models der französischen Hauptstadt, die auf den Titelseiten der renommiertesten Modemagazine zu sehen war. Dort entdeckte sie der französische Regisseur Marc Allégret für den Film. Mit dessen Mitarbeiter Roger Vadim entwickelte sie eine Liebesbeziehung. Als Bardot das 18. Lebensjahr erreicht hatte, schlossen sie am 20. Dezember 1952 die Ehe.


Nun wurde ihr Ehemann auch zu ihrem Protege, der versuchte, die Karriere seiner Frau weiter zu fördern. So kam es auch zu Gerüchten, Vadim hätte einige Skandale um Bardot nur erfunden, um ihre Popularität zu steigern. Der vor der Ehe geplante Film mit Allégret kam nicht zustande. Dafür stand Bardot 1952 für „Le Trou Normand“ vor der Kamera, bei dem Jean Boyer die Regie führte. Trotz zahlreicher schlechter Kritiken, in denen nicht nur ihre Arbeit sondern auch ihr Aussehen Anstoß erregten, wollte vor allem das männliche Publikum mehr von Bardot sehen. Nach weiteren Produktionen stand sie für „Ein Akt der Liebe“ mit Kirk Douglas vor der Kamera. Mit diesem Streifen machte sie sich einem Namen als ernstzunehmende Nachwuchsschauspielerin. Unterdessen wurde sie von der Boulevard-Presse zum Sexsymbol erhoben und in Berichten nur noch „B.B.“ genannt. 1954 planten Bardot und Leni Riefenstahl eine Zusammenarbeit für den Film „Die roten Teufel“, der jedoch nie verwirklicht wurde. Dafür stand sie regelmäßig für französische Produktionen vor der Kamera, und oft entstanden bis zu drei Filme im Jahr.

Ihren internationalen Durchbruch feierte Bardot 1956 an der Seite von Curd Jürgens in der Vadim Verfilmung „…und ewig lockt das Weib“. Fortan zählte ihr Name zu der Spitze des internationalen Films, selbst in Amerika wurde sie zum Sexsymbol schlechthin und zur europäischen Antwort auf Marilyn Monroe erhoben. Bei Produzenten wurde ihr Name zum Erfolgsgarant und so besetzte sie fast nur noch Hauptrollen. Dabei entstanden im Jahr 1957 Arbeiten wie „Die Pariserin“ oder „Mit den Waffen einer Frau“. Unter dem stetig steigenden Erfolg hatte in erster Linie die Ehe mit Roger Vadim zu leiden, die am 6. Dezember 1957 geschieden wurde. 1958 entstand der Film „Ein Weib wie der Satan“ und ein Jahr darauf der Streifen „Wollen Sie mit mir tanzen?“. Kurz darauf heiratete Bardot den zwei Jahre jüngeren Jacques Charrier und begann 1960 mit dem Film „Die Wahrheit“ auch ernste Rollen anzunehmen. Grund dafür war auch der Versuch, ihr verruchtes Image zu polieren, unter dem sie seit ihrer zweiten Ehe zu leiden hatte, denn nach anrüchigen Presseberichten entfachten sich regelmäßig Ehestreitigkeiten. Eine Situation, unter der sie vor allem psychisch zu leiden hatte; an ihrem 26. Geburtstag versuchte die Bardot sich das Leben zu nehmen.


Nachdem sie sich wieder erholt hatte, ließ sie sich, nach einem Jahr Ehe, von Jacques Charrier scheiden. Ihr neuer Freund und Lebenspartner wurde Sami Frey und weitere erfolgreiche Arbeiten wie „Galante Liebesgeschichten“ und „Privatleben“ folgten. Dennoch blieb ihr psychischer Zustand labil. Sie begann auch unter der permanenten Verfolgung durch die Paparazzi zu leiden. Bardot setzte dennoch ihre Filmarbeit fort. 1968 entstand an der Seite von Sean Connery der Western „Shalako“. Anfang der 1970er Jahre kam Bardots schauspielerische Tätigkeit dann zum Erliegen: Ihre letzten Arbeiten waren Filme wie „Die Rum-Straße“ oder „Don Juan 73“. In ihrer Karriere wurde Brigitte Bardot neben den Ehen über ein Dutzend weitere Liebhaber nachgesagt. Ihre bekannteste Ehe führte sie jedoch von 1966 bis 1969 mit dem Deutschen Gunter Sachs. In dieser Zeit lieferten gemeinsame Auftritte des Paars in der Öffentlichkeit den Stoff zahlloser Schlagzeilen in Boulevard-Magazinen. Sie betätigte sich indes auch als Sängerin. Bekannt ist vor allem der Titel „Harley Davidson“ von 1967.

Ihr von Serge Gainsbourg geschriebenes Album „Initials B.B.“ wurde 1968 veröffentlicht. Bardot lebte hauptsächlich in dem südfranzösischen Fischerstädtchen St. Tropez, während sich die großen Filmstars in Monte Carlo tummelten. Ihre Anwesenheit verhalf dem kleinen Fischerdorf an der Mittelmeerküste zur Aufmerksamkeit der internationalen Show- und Glamourwelt, die es zu ihrem Treffpunkt machte. Bis heute wird die Bardot als Entdeckerin von St. Tropez gehandelt. Bardots Gesicht und ihr Charakter prägten den Geschmack und Stil des Zeitgeistes der 1960er und 1970er Jahre. Als Schauspielerin zählt ihr Name mit Kollegen wie Jean-Paul Belmondo und Alain Delon zu den erfolgreichsten Vertretern des französischen Kinos. Nach ihrer Filmkarriere wandte sie sich dem Tier- und Umweltschutz zu. Ihre Popularität nutze sie für Gesetzesänderungen zugunsten des Robbenschutzes und anderen tierschützerischen Maßnahmen. Nachdem sie auf diesem Gebiet ab Mitte der 1970er Jahre große Erfolge erreicht hatte, wurde sie eine der akzeptiertesten Aktivistinnen im Kampf für den Schutz bedrohter Tierarten. Auch im Kampf gegen ihren Brustkrebs war sie in den 1980er Jahren erfolgreich. Brigitte Bardot ließ sich in St. Tropez und Paris nieder.

In vierter Ehe heiratete sie 1992 Bernard d’Ormale. Kritik erfuhr sie seither durch ihre Äußerungen gegen Muslime, Einwanderer, Homosexuelle und Arbeitslose. Im Mai 2003 war Bardot mit einer ihr gewidmeten Sondersendung nach sieben Jahren erstmals wieder im Fernsehen vertreten. Im Rahmen der Sendung stellte sie auch ihr Buch mit dem Titel „Ein Schrei/Ruf in der Stille“ (Un cri dans le silence) vor. Mehrfach wurde sie darauf wegen Anstiftung zum Rassenhass zu Geldstrafen verurteilt. Am 8. August 2010 sendete Arte einen Themenabend zur Sachauspielerin, unter dem Titel „Brigitte Bardot, die Sexbombe“.