Der HSV siegt in Berlin – Hertha droht der Abstieg

Der Hamburger SV ist am Donnerstagabend einen großen Schritt in Richtung Aufstieg gegangen. Die Rothosen erkämpften sich bei der Hertha einen knappen Sieg. Die Berliner hingegen bangen nun mehr denn je.

Der HSV hat das Hinspiel der Relegation für sich entschieden – und steht nun kurz vor der Rückkehr in die Bundesliga. Das Zweitligateam von Tim Walter gewann bei der Berliner Hertha dank eins krummen Treffers von Ludovit Reis (57.) mit 1:0 (0:0).

Die Herthaner müssen jetzt das Auswärtsspiel im Hamburger Volkspark am kommenden Montag gewinnen, um den ersten Abstieg seit 2012 zu verhindern.

So lief das Spiel
Die Kulisse mit 75.500 Zuschauern im Olympiastadion, darunter auch bis zu 20.000 Gästefans, ließ Pokalfinal-Stimmung aufkommen. Doch für beide Teams stand mehr auf dem Spiel als „nur“ ein Titel. Vor allem Magath wirkte höchst angespannt. Immer wieder sprang der 68-Jährige von der Bank auf und diskutierte fast jede strittige Entscheidung des Schiedsrichters.

Hertha hatte im Vorfeld ein Kurztrainingslager im Olympiastützpunkt Kienbaum bezogen – auch, um „von der Aura der Weltmeister und Olympiasieger zu profitieren“, wie Magath begründet hatte, „das soll abfärben auf unsere Spieler“.

Doch das Selbstvertrauen der Herthaner hat nach drei vergebenen Matchbällen zum Klassenerhalt deutlich gelitten, sie trauten sich anfangs nur selten in die Offensive. Auch im letzten Heimspiel der Saison schienen die Berliner vor allem auf Konter und die Standard-Stärke von Linksfuß Marvin Plattenhardt zu setzen.

HSV will Elfmeter – bekommt ihn aber nicht

Allerdings war auch Torhüter Christensen, der den verletzten Marcel Lotka vertrat, bei seinem Pflichtspieldebüt für Hertha lange Zeit nahezu beschäftigungslos. Die Hamburger, bei denen Maximilian Rohr für Joshua Vagnoman ins Team gerückt war, kamen zunächst über gute Ansätze nicht hinaus.

Pech hatte der HSV, als ihm von Schiedsrichter Harm Osmers in der 32. Minute ein Elfmeter nach Handspiel von Peter Pekarik verweigert wurde. Osmers hatte nach Studium der Videobilder auch ein vorheriges Handspiel vom Hamburger Rohr erkannt. Eine Millimeter-Entscheidung zu Herthas Ungunsten gab es aber auch: Das Kopfballtor von Ishak Belfodil wurde wegen hauchdünnem Abseits nicht gegeben.

Magath reagierte zur Halbzeit auf den eher harmlosen Auftritt seines Teams und brachte mit Stevan Jovetić für den unauffälligen Youngster Luca Wollschläger eine frische Offensivkraft. Der Mann aus Montenegro brachte viel Schwung mit und fügte sich auch mit einer Chance (56.) gut ein.

Hertha schien besser im Spiel – doch dann traf Reis für den HSV. Die Gastgeber antworteten mit wütenden Angriffen, waren dadurch aber defensiv anfällig für Konter.

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