Ingrid Alexandra gibt Mette-Marit Halt

Norwegens Prinzessin Ingrid Alexandra steht immer mehr im Licht der Öffentlichkeit. Könnte sie auch ihre Mutter, Kronprinzessin Mette-Marit, entlasten, die gesundheitlich manchmal kürzertreten muss?

Es war nur ein kurzer Moment, als Kronprinzessin Mette-Marit am norwegischen Nationalfeiertag die Rührung übermannte. Auf dem Balkon des Palasts in Oslo kamen der 48-Jährigen angesichts der jubelnden Menge, die am Dienstag ihre Königsfamilie sehen wollte, die Tränen. Mette-Marits Tochter, Prinzessin Ingrid Alexandra, legte ihrer Mutter liebevoll die Hände auf die Schultern.

Die 18-jährige Prinzessin ist so etwas wie der neue Shooting-Star der norwegischen Monarchie. Seit die Tochter von Kronprinz Haakon im Januar volljährig wurde, sind noch mehr Augen auf sie gerichtet. Perspektivisch wird die Nummer zwei der norwegischen Thronfolge immer mehr Aufgaben für das Königshaus übernehmen.

Mette-Marit muss sich Auszeiten nehmen

Das ist bei allen Prinzessinnen und Prinzen so, die irgendwann einmal die Krone tragen werden. Bei Ingrid Alexandra kommt aber hinzu, dass ihre Mutter, Kronprinzessin Mette-Marit, aus gesundheitlichen Gründen nicht immer voll einsatzfähig sein kann. 2018 machte die Frau von Kronprinz Haakon öffentlich, dass sie an einer unheilbaren Krankheit leidet. Mette-Marit hat eine chronische Lungenfibrose.

Die Lungenkrankheit führt zur Bildung von Narbengewebe in der Lunge. In der Folge versteift sich das Organ, die Sauerstoffaufnahme verschlechtert sich, Patienten leiden unter Atemnot und Reizhusten. Lungenfibrose ist nicht heilbar, wenn die Krankheit früh diagnostiziert wird, kann ihr Fortschreiten aber verlangsamt werden.

Schon damals sagte Mette-Marit, dass sie nicht immer so komplett einsatzfähig sein werde, wie der Job Kronprinzessin es eigentlich von ihr verlange. “Es ist klar, dass es Momente geben wird, in denen ich nicht in so guter Form sein werde, wie ich mir das wünsche.“

Hof setzt auf volle Transparenz

Der norwegische Hof macht auch gar kein Geheimnis daraus, dass Mette-Marits Programm ab und zu abgespeckt werden muss. Anfang Mai waren die Norweger bei der schwedischen Kronprinzessin Victoria und ihrem Mann Prinz Daniel in Stockholm zu Gast. Am dritten Tag der Reise fuhr Kronprinz Haakon mit den Schweden allein nach Göteborg – Mette-Marit war nicht dabei. Der Palast setzt auf volle Transparenz und erklärte auf Nachfrage, aus Rücksicht auf ihre Gesundheit habe Mette-Marit „manchmal ein etwas kürzeres Programm“.

In Zukunft wird die Kronprinzessin in solchen Situationen vermutlich mehr und mehr auf ihre Tochter Ingrid Alexandra bauen können. Die Prinzessin, ein Abbild ihrer Mutter mit den dunkleren Haaren und Augen ihres Vaters, wird seit Jahren hinter den Kulissen akribisch auf ihren zukünftigen Job vorbereitet.

Ihre Eltern lassen Ingrid Alexandra Zeit

Doch wie man es von Mette-Marit und Haakon bislang gewohnt ist, werden sie ihre Tochter nicht über Gebühr mit offiziellen Aufgaben belasten wollen. Das Kronprinzenpaar achtete stets darauf, dass Ingrid Alexandra und ihr jüngerer Bruder Sverre Magnus möglichst normal aufwachsen – so weit das in einem Schloss und als Enkelkinder des Königs möglich ist. Die Prinzessin soll Zeit für ihre Hobbys – Surfen, Kickboxen, ihre Hunde – haben und fürs Lernen: Bald steht das Abitur an.

Weil den 84-jährigen König Harald V. immer wieder gesundheitliche Probleme plagen, übernimmt Kronprinz Haakon schon jetzt viele repräsentative Aufgaben. Abdanken kommt für Harald aber wohl nicht in Frage: „Man ist so lange König, wie man lebt“, ist das Motto des Monarchen. Wenn ihr Vater König ist, wird aus Ingrid Alexandra Kronprinzessin. Spätestens dann wird aus der Monarchie ein Vollzeitjob.

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